Die Situation könnte nicht günstiger sein: Das Jahr ist jung, der Winterschlaf bald vorbei. Tag für Tag wird es jetzt heller. Noch herrscht zwar der Winter, die Zeit von Eis und Schnee, von Raureif und Nebel. Eine Periode der tief stehenden Sonne und glasklarer Luft, nur wenig Farbe sieht man in Landschaft und Garten.

Strukturen werden mehr als sonst sichtbar, vor allem wenn der Raureif sie fein nachzeichnet: die mit Eisblumen geschmückten Ränder der Blätter, die Spitzen feingliedriger Samenstände, bizarr geformte Äste, Formgehölze... Sie alle wirken wie kunstvolle grafische Ornamente. Solche stimmungsvollen Augenblicke entschädigen für manche trübe Tage.


 

Die Pflanzen finden unter dem weißen Mantel idealen Winterschutz, aber nur solange der Schnee locker und luftdurchlässig bleibt. Durch verharschten oder zusammengepressten Schnee gelangt nicht mehr der benötigte Sauerstoff zu den Gewächsen. Es sollten deshalb bei Schnee alle Pflegetätigkeiten ruhen, Wiese und Beete so wenig wie möglich betreten werden.

Unangenehm wird' s, wenn nachts starker Frost war und am Tag eine kräftige Wintersonne scheint. Dann sind immergrüne Laub- und Nadelgehölze, Rosen, Bambus, Hortensien, Buchsbaum und Kamelien sehr gefährdet. Wenn auch noch der sogenannte 'Kahlfrost' - d. h. große Kälte ohne schützende Schneeschicht - auftritt, dann hilft nur eins: die schon zuvor mit Winterschutz versehenen Pflanzen müssen noch zusätzlich mit Fichten-, Kiefernzweigen, Jute oder Frostschutzmatten umkleidet werden.

Steingärten und Trockenmauern werden bei schneefreiem Wetter und starker Sonne mit Reisig abgedeckt, um ein zu frühes Erwachen der Pflanzen zu verhindern. Auch empfindliche Stauden, alle Neupflanzungen, die Wurzelbereiche vieler Obstbäume und Beerensträucher brauchen bei großen Temperaturschwankungen über den normalen Schutz aus Laub und Reisig eine weitere Reisigschicht.

Folie ist hier zum Abdecken nicht geeignet, weil die Luft darunter bei Sonne stark erwärmt wird und sich beim Abkühlen Schwitzwasser bildet. Selbst den Komposthaufen sollte man bei strengem Frost mit Strohmatten und Laub abdecken, damit der Verrottungsprozess nicht ganz zum Erliegen kommt.

Wenn der Tatendrang Sie jetzt packt und es nicht zu stark friert, können zu groß gewordene Lieblingsgehölze umgesetzt werden. Auch Erdaushub, Verkabelungen und Pflasterungen sind im Januar möglich. Vielleicht finden Sie Zeit, um über den Nährstoffkreislauf in Ihrem Garten nachzudenken.




 

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